Aufgetafelt: Anekdote (5/8)

Anekdote

Berlin-Mitte, Winterabend, vor der Café-Bar, dem Hackbarth’s. Zwei junge Männer im Gespräch. „It’s only in your brain“, schnappe ich auf. Der andere, nur noch erregter, donnert: „Brain is f*** everything.“ – Alles Kopfsache?

Einen „Film zu schieben“, ist, wie diese Anekdote zeigt, nicht immer ein Pläsier. Als Texter oder Redner nehmen Sie bewusst Einfluss auf Gedanken, lösen Sie Gefühle und Affekte aus. Sie sind Autor, Regisseur, der Sounddesigner und Beleuchter, auch verantwortlich für die Spezialeffekte. Damit sind wir mittendrin in einer neuen Folge aus der Reihe „Kino im Kopf: Rhetorische Stilmittel“Stilfiguren, die Kopfkino ankurbeln.

Die Anekdote

Eine pointierte, häufig humorvolle, meist mündlich (¹) überlieferte Geschichte in Form eines Genrebildes; dazu geeignet, eine Persönlichkeit, soziale Schicht, bestimmte Zeit etc. zu charakterisieren.

Verwenden Sie dieses Stilmittel – das Storytelling –, um Spannung zu erzeugen, Ihren Beitrag aufzulockern, die Fantasie der Leser oder Zuhörer zu stimulieren, den Boden für das Kommende zu bereiten.

Glänzender Redeschmuck

Zum Aufwärmen: Stellen Sie die Anekdote – eine bemerkenswerte, seltsame oder kuriose Begebenheit – an den Anfang Ihres Beitrags. Reduzieren Sie auf das Wesentliche, brechen Sie das Eis.

Ergänzender Redeschmuck

Die Anekdote kann Züge einer  Evidentia tragen.

(¹) Die Sprachfigur, die oben zum Tragen kommt und also die „häufig humorvolle, meist mündlich überlieferte Geschichte“ durchwirkt, ist eine Alliteration. Sie macht Monster, Mumien, Mutationen oder tafelt Titel, Thesen, Temperamente auf.

Die Alliteration entsteht, wenn die Anlaute benachbarter Wörter gleich- bzw. ähnlich klingen.

Leicht zu merken, eignet sich die Alliteration für Kernsätze, zentrale Botschaften, Appelle oder Headlines.

Jetzt folgt: Ankündigung

Beitragsbild: Pixabay.

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