Rhetorische Stilmittel: Anapher vs. Epiphora (4/8)

Anapher und Epiphora

Play it again, Sam! Allerhand Redefiguren, darunter die Anapher, variieren das Prinzip der Wiederholung. Wandeln Sie auf den Spuren großer Redner. Verleihen Sie Ihren Worten Gewicht!

Das Prinzip der Werbung? In einem Wort: Wiederholung. Wiederholung trichtert ein. Die Anapher stammt – wie die  Anadiplose – aus der Gruppe der Wortwiederholungen. Hervorragend dazu geeignet, eine Botschaft zu penetrieren, Ihren Punkt zu machen, sich gar gelegentlich in das kollektive Gedächtnis¹ einzuschreiben.

„Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ Joseph Pulitzer

Anapher (Erhebung)

Die Wiederholung syntaktisch dominierender Wörter am Anfang aufeinanderfolgender Sätze schafft emotionale Nähe zwischen bereits verankerten und neuen Informationen. Die Anapher besticht zudem durch ihre Rhythmik.

Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!“ Ernst Reuter²

Epiphora (Zugabe)

Die Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Ende aufeinanderfolgender Sätze oder Verse kennzeichnet die Epiphora. Sie zäumt das Ross von hinten auf, ist das Pendant, das spiegelbildliche Gegenstück der Anapher.

„Für dich und immer für dich / Für immer und dich“; Rio Reiser

Jetzt folgt: Anekdote

¹ I have a dream; Rede von Martin Luther King (Text und Sound). Ein Meisterwerk der Rhetorik. Martin Luther King bringt darin eine Reihe rhetorischer Stilmittel zum Einsatz, darunter die Anapher.

² Aus der Rede „Völker der Welt“ am 9. September 1948 in Berlin.

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